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Berechnen Sie in wenigen Schritten den EKR (Leverage-Effekt). Geben SIe unten einfach nur die folgenden Werte ein: Gesamtkapitalrentabilität, Fremdkapitalzinssatz, Fremdkapital, Eigenkapital

Leverage Effekt

Der Leverage-Effekt kann mit dem Wort Hebelwirkung übersetzt werden und ist ein finanzwirtschaftlicher Begriff, welcher die allgemeine Situationen bezeichnet, in welcher kleine Änderungen einer Variablen großen Ausschlägen im Resultat nach sich ziehen. Der Begriff Leverage wird in den Bereichen der Kapitalstruktur, bei Derivaten und in der Kostenstruktur angewendet. Als sogenannten Leverage versteht man die Hebelwirkung der Kosten, welche für das Fremdkapital aufgebracht werden müssen in Bezug auf die Eigenkapitalsverzinsung.

Einsatz von Fremdkapital


Der Einsatz von Fremdkapital kann die Eigenkapitalrendite einer Investition steigern. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn ein Anleger das Fremdkapital zu günstigeren Vorraussetzungen aufnehmen kann, als die Investition an der gesamten Kapitalrentabilität erreicht. Von einem positiven Leverage Effekt wird dann gesprochen, wenn die Investitionsrendite eines Betriebes über dem des Zinnes des Fremdkapitals liegt. Das bedeutet, dass das Unternehmen mit der operativen Tätigkeit, beispielsweise in der Automobilbranche, eine Rendite, welche höher ist als der Fremdkapitalzins für die Bankdarlehen, welche vom Betrieb aufgenommen wurden. Durch eingeschränkte Kreditaufnahmemöglichkeiten wird der Leverage Effekt begrenzt, wie auch durch steigende Zinsen bei einer höheren Verschuldung oder bei nicht vorhandenen Investitionsmöglichkeiten.

Der positive Leverage Effekt


Einfach kann der Leverage Effekt an folgendem Beispiel erklärt werden: Die Gesamtkapitalrendite beträgt beispielsweise 15 Prozent und der Fremdkapitalzins liegt bei 10 Prozent würde es sich rentieren, zusätzliches Fremdkapital aufzunehmen. Der einfache Grund dafür ist, dass das Unternehmen in diesem Fall nicht mehr als 10 Prozent Zinsen für das ihr zugänglich gemachte Kapital aufbringen, wobei das Unternehmen jedoch eine Gesamtkapitalrentabilität von 15 Prozent erwirtschaftet. Durch die Aufnahme des Fremdkapitals wird ein geringeres Eigenkapital benötigt, wodurch ein solches effizienter eingesetzt werden kann. Die logische Konsequenz daraus ist eine höhere Rentabilität des Eigenkapitals.

Der negative Leverage Effekt


Als negativer Leverage Effekt wird die Situation bezeichnet, in welcher die Rentabilität des Eigenkapitals gesenkt wird. Wie das Wort schon aussagt, kann eine Hebelwirkung in beide Richtungen erfolgen. In dem Fall, dass die Gesamtkapitalrentabilität höher als der Zins des Fremdkapitals liegt, wird weniger Kapital durch die Hilfe der Fremdfinanzierung erwirtschaftet. Aus diesem Grund muss mehr Eigenkapital eingesetzt werden, was zur Folge hat, dass die Eigenkapitalrentabilität gesenkt wird. Weitreichende Konsequenzen hat dieses Risiko beispielsweise beim Kauf von Aktien. Theoretisch könnten mit Hilfe von Fremdkapital mehr Aktien erworben werden, als ohne und dadurch auch ein höherer Gewinn erwirtschaftet werden. Der Aktienmarkt ist prädestiniert dafür, dass sich vorhandene Situationen schnell ändern können, sodass der grad der Verschuldung zu hoch wird für den Anleger und die Eigenkapitalrentabilität dieses Defizit nicht mehr ausgleichen kann.

Der Leverage Effekt in der Praxis und in der Theorie


Theoretisch gesehen könnte der Leverage unendlich weiter wirken. Dies heisst, dass die Eigenkapitalrentabilität mit Hinzunahme von immer mehr Fremdkapital zu einem günstigen Zinssatz immer weiter erhöht werden könnte. In Hinsicht auf die Praxis ist dies jedoch nur bis zu einem gewissen Grad machbar. Der Grund hierfür liegt in der Bonität eines Betriebes. Bonität nimmt ab, wenn das Unternehmen mit immer neuen Krediten verschuldet. Daraus folgt, dass immer weniger Anleger Kredite bereit sind zu vergeben oder sie veranschlagen sehr hohe Zinsen. Dadurch würde der Fremdkapitalzins jedoch irgendwann die Gesamtkapitalrentabilität übersteigen, was zur Folge hat, dass der positive Leverage Effekt in einen negativen umschlägt. Darüber hinaus basiert die Theorie des Leverage Effektes auf einem konstant bleibenden Fremdkapitalzins, was allerdings auch in der Welt der Wirtschaft nicht immer der Fall ist. Anleger und Betriebseigentümer können den Leverage Effekt also bloß bedingt für sich nutzen, um die Rentabilität des Eigenkapitals steigern zu können, da sonst das Risiko besteht, von der Verschuldung überrannt zu werden, sodass der positive Leverage Effekt in das Gegenteil umschlägt. Ein betrieb oder ein Unternehmen kann nicht beliebig oft das Geschäftsvolumen steigern, wofür auch die Konkurrenz sorgt oder die Situation besteht, dass die Märkte bereits gesättigt sind.
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